Zwei Grad Erderwärmung allein durch den einsatz von Bitcoin prognostizierten Forscher der Uni Hawaii vor einem Jahr. Nicht nur der plakative Titel der Studie, auch ihre Veröffentlichung im magazin Nature Climate change sorgte weltweit für Furore. In der September 2019 Ausgabe veröffentlichte das Magazin nun einen Widerspruch deutscher Wissenschaftler.
In der Oktober-Ausgabe 2018 des renommierten Magazins Nature Climate change stand es schwarz auf weiß: Sollte sich Bitcoin als Zahlungsmittel ähnlich wie zuvor Kreditkarten im Alltag durchsetzen, würde allein der Stromverbrauch dieser einen Kryptowährung eine Erderwärmung von zwei Grad Celsius verursachen. Zu diesem medienwirksamen Ergebnis kam ein siebenköpfiges Forscher-Team und Prof. Camilo Mora der uni Hawaii – und wurde eifrig von der Welt-presse zitiert.
Die Studie blieb nicht unangefochten: Nicht nur c’t wies den hawaiianischen Forschen in Ausgabe 26/2018 eklatante Fehler in ihren Annahmen nach, auch wir reichten einen Widerspruch (REplik) bei Nature Climate Change ein, in dem wir die Zahlen der hawaiianischen Forschen widerlegten.
Schon bei der Überprüfung, ob die Prognosen überhaupt realistisch sind, zeigen sich große Probleme. Der hawaiianischen Studie zufolge soll Bitcoin innerhalb der nächsten 16 Jahren Treibhausgas-Emissionen von durchschnittlich 53 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr verursachen, was zu einem Anstieg der globalen Temperatur um zwei grad Celsius führen soll. 2017 wurden aber insgesamt nur rund 40 Milliarden Tonnen CO2 weltweit freigesetzt. Die hawaiianischen Forscher gehen also davon aus, dass Bitcoin ein Drittel mehr CO2 produzieren wird als sämtliche bisherigen Verursacher weltweit.

